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New story! - The Lyorn's Den

Thu Jan. 4th, 2007

02:21 pm - New story!

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Ich habe jetzt endlich die Perry-Rhodan-Fanfiction, die ich im Juli und August geschrieben habe, in trockene Tücher gebracht und auf meiner Webpage hochgeladen: hier.

Das Ganze ist relativ lang geworden (35.000 Wörter), und Tiassa hat mir schon erzählt, daß es sich nicht auf ihrem Handy lesen läßt. Sorry :-( Bei Gelegenheit teile ich es noch in Kapitel von nicht mehr als 64 K, aber jetzt war es mir wichtig, das Stück erst einmal hochgeladen zu kriegen, da ich bald wieder keine Gelegenheit mehr dazu habe.

Für die Leute, die was von mir lesen wollen, aber nicht in dem Fandom sind: Keine Ahnung vom Setting zu haben, sollte dem Verständnis der Geschichte nicht abträglich sein. Die Ich-Erzählerin hat am Anfang auch keine Ahnung vom Setting und erklärt deswegen alles. Tatsächlich erklärt sie wesentlich mehr, als an kanonischem Material existiert: Die Details des Weltenbaus kommen im Perry-Rhodan-Universum gelegentlich etwas zu kurz, was für mich einer der Gründe war, diese Geschichten zu schreiben.

Für die Leute, die alle meine Solveig-Geschichten schon gelesen haben: Seit ich mit diesem Storyzyklus angefangen habe, war immer die schwächste und älteste Geschichte ("1988") die chronologisch erste. Bis jetzt hat sich zwar noch niemand beschwert, und solange es einfach nur eine schwache Geschichte war, die keinem was tat, habe ich sie (bis auf eine samtpfötige Überarbeitung vor 10 Jahren) so stehen gelassen, wie sie war.

Je mehr ich aber über Solveigs Charakter und weiteren Werdegang zusammenschrieb, desto klarer wurde, daß "1988" viel schlimmer als mittelmäßig oder nutzlos war: Es war eine vertane Chance, Solveig als Charakter von dem Moment aufzubauen, an dem ihr Leben eine entscheidende Wendung nimmt. Klassischer Anfängerfehler, denke ich heute, die Geschichte erzählt das, was interessant ist, kurz und im Rückblick, um sich dann ausführlich dem Uninteressanten (aber leicht zu schreibenden) zu widmen.

Also, raus mit dem alten Ding, und dahin, wo die Action ist! (Und keine Sorge, ich habe das Layout geändert. 35.000 Wörter in der Imitation eines alten Terminals wäre wirklich optische Grausamkeit.)

Ich hoffe, daß ihr es lest und es euch gefällt, und, ob es euch nun gefällt oder nicht, mir einen Kommentar schreibt, falls ihr Zeit dafür habt.





Und hier ein kleines Excerpt:


Mein Reiseführer gab mir die Adresse der zentralen Polizeiwache in der Innenstadt. Ich fuhr hin. Zwei Roboter standen wie moderne Statuen links und rechts des Eingangs. Sie hatten vier Arme und waren zweieinhalb Meter hoch. Ich fand es erst unmöglich, an ihnen vorbeizugehen. Zwei ihrer Arme endeten in Geschützrohren. Wie kann man so etwas irgendwo hinstellen, wo normale Leute dran vorbeigehen sollen? Warum nicht gleich Drachen oder Gorgonen? (Wahrscheinlich haben sie keine.) Ich setzte mich hundert Meter entfernt unter einen Baum auf den Rand eines Brunnens und beobachtete.

Leute gingen rein und raus. Leute gingen vorbei. Die Roboter taten nichts, aber das Gefühl der Bedrohung, das von ihnen ausging, wurde um nichts geringer. Schließlich raffte ich meine schon stark mitgenommene Willenskraft zusammen, stand auf und marschierte auf den Eingang zu, zwischen den Robotern hindurch, durch das Tor, bis zu einer Pförtnerloge. Der Pförtner sah auf. Er war ein Mensch. "Kann ich Ihnen helfen?" fragte er.

"Ich glaube, ich habe heute gesehen, wie ein Verbrechen geplant wurde", sagte ich. "Mit wem rede ich da am besten?"

"Verbrechen?" sagte er, als wolle er sich vergewissen, daß es sich nicht um Fahrraddiebstahl ging. Ich nickte. "Inspektor Pawlak, Treppe hoch, links, erste Tür."

"Danke", sagte ich, und versuchte, so zu gehen, als wäre ich alle Tage auf der Polizeistation, um mögliche Verbrechen zu melden. Oder vielleicht lieber nicht. Wie alle Gebäude war auch das Polizeigebäude neu. Es war nicht viel los, wahrscheinlich war schon Feierabend. Ein Roboter, der aussah wie ein belebter Mülleimer feudelte den Boden.

Treppe hoch, links, an der ersten Tür stand, "Kriminalpolizei, Bezirk Terrania-Mitte, Inspektor Pawlak." Die Tür flog auf, als ich gerade die Hand hob, um zu klopfen. Ein beleibter Mann in Bermudashorts, einem karierten Hemd und einer Baseball-Mütze eilte aus dem Raum, rief zum Abschied, "Sie hören von meinem Anwalt!", rempelte mich an und rauschte davon, ohne sich zu entschuldigen. Ich ging durch die Tür, die er halb offen gelassen hatte, in eine modern eingerichtete Amtsstube mit einem ausgesprochen klassischen Gummibaum. "Nehmen Sie sich besser einen Verteidiger!" kam hinter dem Gummibaum hervor.

"Äh", sagte ich zu dem Gummibaum. "Entschuldigung, ich suche Herrn Inspektor Pawlak?"

Unter dem Tisch neben dem Gummibaum rumpelte es, und ein Mann in Zivil mit einem blonden Schnauzbart im Gesicht und einer Akte in der Hand tauchte auf. "Oh, verzeihen Sie, Miß..." Er deponierte eilig die Akte auf dem Tisch und strich sich den Schnauzer zurecht.

"Jamieson. Solveig Jamieson", sagte ich. "Ich bin...." Ich schluckte. "Ich glaube, ich habe gesehen, wie ein Verbrechen vorbereitet wurde. Ich bin mir nicht sicher, aber..."

Er winkte mich in einen gepolsterten Stuhl hinter einem einfachen Tisch. "Setzen Sie sich erst mal hin. Mögen Sie einen Kaffee?"

"Ja, bitte", sagte ich. Kaffee war immer gut.

Er zapfte Kaffee aus einem Hahn an der Wand, stellte mir eine Tasse hin, und rangierte auf einem Schreibtischstuhl mit Rollen durch den Raum, bis er mir gegenüber saß, dann zog er ein Gerät, nicht größer als eine Zigarettenschachtel unter dem Tisch hervor. "Sind Sie damit einverstanden, daß ich unser Gespräch aufzeichne?"

Ich war einverstanden. Ich frage mich, was er gemacht hätte, wenn ich es nicht gewesen wäre.

Comments:

[User Picture]
From:mad_freddy
Date:January 12th, 2007 12:29 pm (UTC)

1983

(Link)
Hi!
Ich hab jetzt mal 1983 gelesen (das erste, was ich von den ganzen Solveig-Geschichten überhaupt gelesen habe). Und mein erster Eindruck - der sich dann auch beim Weiterlesen bestätigt hat - war: da wird deutlich schlechteres gedruckt und verkauft. So.
Vom Setting habe ich praktisch keine Ahnung, da ich bisher so gut wie nix von Perry Rhodan gelesen habe, aber das macht für das Verständnis m.E. wirklich nichts: ich mag es, wenn nicht alles bis ins Detail bekannt ist bzw. erklärt wird, da bleibt noch Platz für die eigenen Vorstellungen und Spekulationen und man kriegt Lust auf mehr Lesefutter.
Was ich nicht leiden kann, sind Widersprüche im Setting oder logische Brüche, aber davon habe ich nichts gefunden (hätte mich aber ehrlich gesagt auch gewundert...)

Stichwort "Mary Sue": Insgesamt erkenne ich zwar viel von der Autorin in der Geschichte wieder, aber das mag daran liegen, daß ich ihre Erzählweise von vielen Stunden rumsitzen und Teetrinken kenne, und daran, daß sich ihre Art zu Denken in der Erzählung wiederfindet. Das mag stören, wen mag, mich stört's nicht. Und typische schlimme Mary-Sue-ismen kommen nicht vor, Solveig hat durchaus andere Fehler als Altruismus bis zur Selbstverleugnung oder ähnliches.

(noch eine Nebenbemerkung nach einem kurzen Anlesen von "1988": entweder ist jetzt 1988 doch mit Überarbeiten dran oder die Diskrepanzen werden als Ungenauigkeiten der Erinnerung deklariert, ignoriert oder als indirekte Charakterisierung von Solveigh genutzt - schließlich sagt auch unsere Art uns an Dinge zu erinnern etwas über uns aus.)

MadFreddy
PS: dieser Eintrag schlechtes Deutsch, aber deswegen schreibe ich auch keine Geschichten, höchstens mal nen Kommentar ;-)
(Reply) (Thread)
[User Picture]
From:lyorn
Date:January 12th, 2007 05:49 pm (UTC)

Re: 1983

(Link)
Danke fuer den Kommentar!

"Mary Sue": Ich habe fuer Solveig tatsächlich mal einen Sue-Test gemacht (den hier), und bin geradezu sensationell niedrig herausgekommen. Ein Charakter als einem ganz normalen Elternhaus, der noch nicht viel erlebt hat, spart unheimlich Punkte ;-)

"1988" habe ich auf meiner Website schon aus der Kontinuität genommen. Im Moment sieht es so aus, daß die Geschichte ersatzlos gestrichen wird, und die Themen, soweit sie interessant sind (Solveigs Skepsis zum Thema Unsterblichkeit, ihre Entscheidung, zumindestens Lissa einzuweihen, Lissas Reaktion) in neuen Geschichten untergebracht -- hoffentlich ueberzeugender, mit mehr Handlung und weniger Gelaber.
(Reply) (Parent) (Thread)